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Ernährungsworkshop

Taste the waste – eine Wonne aus der Tonne

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht davon aus, dass weltweit rund ein Drittel der für den menschlichen Verbrauch produzierten Lebensmittel verloren gehen oder weggeworfen werfen. Dies würde einer Menge von etwa 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr entsprechen. Gleichzeitig leiden nach FAO Schätzungen rund 925 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung.

Mit diesen sehr eindrucksvollen Fakten stiegen wir auf dem Kampfelder Hof in Hiddestorf bei Hannover in unseren Ernährungsworkshop ein. An insgesamt vier Nachmittagen im Herbst 2017 haben sich dort Seminarfachschüler des Jahrgangs 11 und 12 mit Elisabeth Seiler und Sabine Röstel von den Heuhüpfern e.V. getroffen, um gemeinsam zu kochen und nebenbei eine Menge zur Bedeutung von Lebensmitteln zu erfahren.

Der Biolandbetrieb hat u.a. eine Gärtnerei, eine Bäckerei und einen Hofladen angegliedert. Zudem ist er Standort eines anerkannten Außerschulischen Lernorts des Landes Niedersachsen – den Heuhüpfern.

Anders als die Überschrift vermuten lässt, haben wir unsere Lebensmittel nicht aus der Tonne geholt, sondern sie quasi vor der selbigen bewahrt. Bei der Gemüseernte auf dem Feld fällt auch auf einem Biohof ständig Ausschussware an, die sich nicht verkaufen lässt. Krumme Möhren, zu kleine Kartoffeln oder angeschnittene Salatköpfe sind nur einige Beispiele. Zusammen mit z.B. dem „alten“ Brot vom Vortag landen solche grundsätzlich noch genießbaren und keineswegs verdorbenen Lebensmittel auf dem Kompost oder besten falls noch im Futtertrog bei den Schafen. Nebenbei erfuhren wir auch einfache Tipps, wie man verdorbenes Gemüse von eigentlich nur unansehnlichem unterscheiden kann.

Vor uns auf dem Tisch lag nun ein Haufen kleiner oder angeschnittener Kartoffeln, schon deutlich hartes Vollkornbrot, etwas mitgenommene Salatköpfe, Brokkolistiele, grüne Blätter von Möhren und ein paar Äpfel mit Druckstellen.

Dass daraus ein schmackhafter Nachmittagssnack werden kann, haben nicht alle geglaubt! Doch gut gelaunt machten sich die Schüler ans Waschen, Putzen, Schälen, Schnippeln, Pürieren, Braten, Kochen und Backen. Einmal abgesehen von der wirklich beindruckenden Gruppendynamik und Freude bei der Arbeit zeigte sich gleich, wer solche Arbeiten auch häufiger zu Hause verrichtet und für wen das Themenfeld „Kochen“ eher Neuland war.

Als es schon dunkel war, saßen wir beisammen und genossen unser Menü: Vorweg eine Salatsuppe mit Knoblauchcroutons, Nudeln mit Brokkolisauce zum Hauptgang und leckeren Apple Crumble als Nachtisch.

Nebenbei haben wir bei unseren Workshops einen sehr guten Einblick in die Abläufe und anfallenden Arbeiten auf einem Biohof sowie der Bedeutung von Bioprodukten und dem Ansatz einer saisonalen Küche erhalten. Trotz der etwas umständlichen Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln haben sich die Nachmittage vollends gelohnt!

Frauke Schütte und Frank Pfeiffer



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