Deutsch am GBN
I. DEUTSCH ALS UNTERRICHTSFACH
Deutsch ist mehrheitlich die Muttersprache unserer Schülerinnen und Schüler und in den meisten Fächern auch Unterrichtssprache. Deutsch ist demzufolge die Sprache, in der Aufgaben gegeben und gelöst, Probleme und Sachverhalte besprochen und geklärt, Meinungen und Standpunkte ausgedrückt und diskutiert werden.
Daraus erwächst sowohl ein breites Aufgabenfeld als auch eine große Verantwortung.
Für viele grundlegende Arbeitstechniken werden in den einzelnen Jahrgängen des Deutschunterrichtes die Grundlagen gelegt.
Umso wichtiger ist es, in Zeiten des zunehmenden Rückgangs von Sprach-, Lese- und Schreibkompetenzen den Schülerinnen und Schülern bewusst zu machen, welche Strategien es gibt, um sich verständlich, präzise und auch normgerecht ausdrücken zu können. Zu den Kernaufgaben des Faches gehört die Leseförderung, beispielsweise im Projekt „Lesen macht stark“.
Im Umgang mit Sachtexten soll geschult werden, Informationen sinnvoll zu entnehmen, aber auch Botschaften zu erkennen, auszudrücken und bewerten zu können. Dies unterstützt auch dabei, etwa Meinungsbeeinflussung aufzudecken und diese zu reflektieren.
Ein wesentlicher Gegenstand im Fach Deutsch ist die Auseinandersetzung mit Literatur. Gemeint sind damit die Analyse und Interpretation literarischer Texte, wozu dramatische und erzählerische Texte wie auch Gedichte gehören, aber auch der kreative Umgang mit Texten. Einen besonderen Beitrag leistet das Fach Deutsch im Bereich „Schule und Kultur“ durch die kreative Auseinandersetzung mit Literatur in Form von Poetry Slams und anderen Formaten.
Zu den Aufgabenfeldern im Fach Deutsch gehört auch die Auseinandersetzung mit Filmen und Medienwelten. In der Beschäftigung mit Literaturverfilmungen, aber auch in der Anwendung und kritischen Betrachtung von Tendenzen des Medienwandels leistet das Fach Deutsch einen wichtigen Beitrag für das Mediencurriculum.
Das Fach Deutsch ist folglich eines der Fächer innerhalb der schulischen Ausbildung, das wichtige Grundlagen für das Lernen legt. Die Fachschaft Deutsch gehört mit über 30 engagierten Kolleginnen und Kollegen zu den größten Fachschaften am Gymnasium Bad Nenndorf.
II. DIE GRUNDLAGEN DES UNTERRICHTS
DIE JAHRGÄNGE 5 BIS 10 – SEKUNDARSTUFE I
Schulcurriculum
Grundlage ist das Kerncurriculum für die Sekundarstufe I, woraus ein schulspezifisches Curriculum entstanden ist. Im Curriculum der einzelnen Jahrgänge werden die im Kerncurriculum des Landes Niedersachsen vorgegebenen Kompetenzbereiche „Lesen“, „Schreiben“, „Sprechen und Zuhören“ sowie „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ jeweils mit Modulen abgedeckt. Dabei bilden die Module eines Doppeljahrgangs grundsätzlich immer eine Einheit.
Die einzelnen Module oder Unterrichtsbausteine können in der Reihenfolge variabel im Schuljahr angeordnet werden, um gezielt auf spezielle Anforderungen oder Herausforderungen in der Unterrichtsgestaltung eingehen zu können. Die Fachlehrkräfte der einzelnen Jahrgangsstufe entscheiden gemeinsam darüber, ob jede Lehrkraft für seine Klasse die Modulreihenfolge festlegt oder ob es eine verbindliche Reihenfolge für alle Unterrichtenden der Jahrgangsstufe gibt. Auch gemeinsame Lektüren können so festgelegt werden.
In das Curriculum sind auch das von der Fachschaft Deutsch erarbeitete Lesekonzept sowie das Mediencurriculum integriert. Neuerungen in den Kerncurricula und andere Herausforderungen machen es erforderlich, dass das Schulcurriculum von den Lehrkräften im Fach Deutsch immer wieder überprüft und bei Bedarf überarbeitet wird.
Das Schulcurriculum für die Klassen 5 bis 10 ist hier einsehbar.
Lehrwerk
In den Jahrgängen 5 bis 10 wird mit dem Lehrwerk „Deutschbuch, Gymnasium Niedersachsen“ (Cornelsen) gearbeitet.
DIE JAHRGÄNGE 11 BIS 13 – SEKUNDARSTUFE II
Kerncurriculum – Vorgaben des Ministeriums
Für die Jahrgänge 11 bis 13 existiert ein verbindliches Oberstufencurriculum. Dabei bildet der Jahrgang 11 die Einführungsphase und die Jahrgänge 12 und 13 die Qualifikationsphase.
Jahrgang 11
Dieser Jahrgang bildet eine Übergangsphase zwischen der Sekundarstufe I und der Qualifikationsphase und soll einerseits Wissen und Arbeitstechniken der vorherigen Jahrgänge im Fach Deutsch festigen und andererseits aber auch auf die erhöhte Komplexität der Qualifikationsphase vorbereiten. An verbindlichen Unterrichtsinhalten orientiert werden die Kompetenzen verstetigt und dabei Schwerpunkte gelegt; dies erfolgt in dem literaturgeschichtlichen Bereich „Epoche der Aufklärung“, zu den zentralen literarischen Gattungen „Epik, Drama und Lyrik“ sowie im Themenfeld „Sprache und Medien“.
Jahrgänge 12 und 13
Pro Semester gibt es maximal zwei fest vorgegebene Rahmenthemen mit jeweils einem zu bearbeitenden Pflichtmodul, sodass in den insgesamt vier Semestern sieben Rahmenthemen mit Pflichtmodul bearbeitet werden. Zu jedem Pflichtmodul sind jeweils acht Wahlpflichtmodule zugeordnet, aus denen eines zur vertiefenden Bearbeitung ausgesucht und bearbeitet wird; dabei sind im Kurs auf grundlegendem Niveau (gN) drei Wahlpflichtmodule und im Kurs auf erhöhtem Niveau (eN) sieben Wahlpflichtmodule insgesamt zu belegen.
Die Module orientieren sich dabei an den literarischen Entwicklungen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart über alle literarischen Gattungen hinweg und ermöglichen darüber hinaus eine Auseinandersetzung mit Sprachgeschichte, Sprachwissenschaft und Sprachkritik sowie und mit dem Medienwandel.
Je nach Abiturjahrgang werden seitens der zuständigen Abiturkommission für das Fach Deutsch die Wahlpflichtmodule und auch abiturrelevante Pflichtlektüren vorgegeben. Prüfungsrelevant sind die Pflichtmodule und die festgelegten Wahlpflichtmodule mit den jeweiligen Themenschwerpunkten sowie die Pflichtlektüren.
Im Laufe der vier Semester müssen im gN-Kurs drei und im eN-Kurs fünf Ganzschriften gelesen werden, die an die jeweiligen Pflicht- und Wahlpflichtmodule angebunden sind.
Die Übersicht mit den zu behandelnden Modulen (Themen) ist hier einsehbar.
Schulcurriculum
Nach Beschluss der Fachkonferenz Deutsch wird durch die zuständigen Kurslehrkräfte das entsprechende Schulcurriculum für die Sekundarstufe II für den jeweiligen Abiturjahrgang ausgearbeitet. Darin festgelegt werden zu allen Pflichtmodulen eine Auswahl an zu lesender Literatur und zu den noch nicht festgelegten Pflichtmodulen eine Auswahl an Wahlpflichtmodulen. Anhand dieser Auswahl kann die Kurslehrkraft entscheiden und diese an den eigenen Kurs anpassen. Dies ermöglicht auch, dass Kurse in Teilen unterschiedliche Themenschwerpunkte bearbeiten und unterschiedliche Literatur lesen.
Lehrwerk
Die Arbeit in Jahrgang 11 erfolgt auf der Grundlage des Lehrwerks „Texte, Themen und Strukturen, Ausgabe Niedersachsen“ (Cornelsen). Darüber hinaus entscheidet jede Lehrkraft, ob weiteres Unterrichtsmaterial eingesetzt wird.
Länderübergreifender Aufgabenpool
Das Land Niedersachsen beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool für das Abitur, wozu u.a. auch Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein gehören. Das bedeutet, dass aus den vier Auswahlmöglichkeiten bei den Abituraufgaben im Fach Deutsch eine der Aufgaben aus diesem länderübergreifenden Aufgabenpool entnommen wird. Diese Aufgabe ist für den jeweiligen Abiturjahrgang an den Bildungsstandards ausgerichtet; ferner gelten für diese wie für die weiteren Aufgabenvorschläge die fachspezifischen Prüfungshinweise. Die Aufgaben aus dem länderübergreifenden Aufgabenpool werden seitens des IQB (Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen) erstellt.
III. WONACH WIR BEWERTEN
Die Bewertungsmaßstäbe im Fach Deutsch bezüglich der prozentualen Gewichtung der Leistungen im schriftlichen und im mündlichen Bereich werden durch die Fachschaft festgelegt. Verbindlich wurden hierzu einheitliche Richtlinien zur Bewertung der mündlichen Leistung beschlossen. Diese orientieren sich grundsätzlich an den Angaben, die auf der Homepage https://www.lehrerfreund.de nachzuvollziehen sind.
IV. WAS ZUSÄTZLICH WICHTIG IST
Lesecurriculum
Ein besonderer Schwerpunkt im Fach Deutsch ist das von den Fachlehrkräften erstellte Lesecurriculum, das sich an dem Kerncurriculum der Sekundarstufe I orientiert. Dieses sieht in den unterschiedlichen Klassenstufen verschiedene Methoden der Aneignung und Vermittlung von Lesekompetenzen vor, die einzeln oder innerhalb der Klasse, innerhalb des Jahrgangs oder auch jahrgangsübergreifend trainiert werden. Veranstaltungen von Autorenlesungen und Aktionen zum bundesweiten Vorlesetag oder der Vorlesewettbewerb gehören zum festen Bestandteil des Curriculums und werden ergänzt durch das Projekt „Lesen macht stark“.
Kooperation mit dem Kulturforum Bad Nenndorf
Neben den spezifischen Fachkompetenzen gehört auch eine Förderung der kulturellen Praxis zu den Aufgaben des Faches Deutsch. Auch im Sinne der Förderung des regionalen Kulturlebens kooperiert die Fachschaft Deutsch mit dem Kulturforum Bad Nenndorf. Der Kulturverein organisiert regelmäßig Theaterinszenierungen zu den abiturrelevanten Texten, die in einer Jahrgangsveranstaltung in Jahrgang 13 gemeinsam besucht werden.
Fachobmann: Dr. Büscher